Ingo Woitke

Ein Buch für Dieter Kieselstein

Schätzen gelernt habe ich Dieter Kieselstein vor ein paar Jahren, als er einen Kurs zum Thema Marionettenbau in der freien Bildungsstätte Hof Lebherz anbot. Damals hatte ich weder eine Inszenierung des Puppentheaters Kieselstein gesehen noch war mir bewusst, dass der Li-La-Launebär ohne Dieter gar nicht brummen konnte. Mich hat sofort Dieters handwerkliche Kompetenz und seine damit verbundene Präzision fasziniert, die heute im Figurenbau eher im Aussterben ist. Offenbar hat Dieter damit bei mir eine Saite zum Klingen gebracht. Dieter und ich haben mit den Jahren eine rege Korrespondenz und – ich darf wohl sagen – eine Freundschaft entwickelt.

Im Jahr 2011 war ich besonders davon beeindruckt, wie offen Dieter über sein mögliches Ableben und damit verbundene Verpflichtungen und Konsequenzen sprechen konnte. Im Gespräch mit Dieter habe ich deshalb darüber nachgedacht, wie sein „Erbe“ lebendig bleiben kann. Dabei kristallisierte sich die Idee heraus, ein Buch zusammenzustellen, das, angefüllt durch Berichte über Begegnungen mit dem Puppentheater Kieselstein, gewissermaßen einen Dialog mit den Puppenspielern eröffnet.

Zu Beginn des Jahres 2012 habe ich mit der Sammlung der Texte für das Buch begonnen. Dieter, der mir für dieses Buch seinen Fundus an Fotos und Zeichnungen zur Verfügung gestellt hat, wird selbst darin zu Wort kommen und sein Verhältnis zu seinem Beruf als Puppenspieler und -bauer darlegen. Viele Kollegen und Freunde der Kieselsteins haben für das Werk ihre Eindrücke geschildert. Einige davon sind als Auszug schon an dieser Stelle zu lesen. Das Bild, das von Dieter und Gisela entsteht, zeichnet die beiden als untrennbares Team auf der Figurenbühne. Dieter lernen wir auch als Lehrer, Mentor und als Mann der ersten Stunde im VdP kennen.

Die Herausgabe des Buches teile ich mir mit Benno Kieselstein. Neben der Buchausgabe wird es eine Veröffentlichung der Inhalte auch im Internet geben.